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Sebastian Türk 1843-1917

Zur Person                       Aus der Amtszeit                        Bilder

Sebastian Türk
Bürgermeister 1887-1899

Sebastian Türk wurde 20. Januar 1843 in Zöschingen im Allgäu geboren. In den Jahren 1866 bis 1871 war er Soldat und liess sich danach in Glonn nieder. 1874 trug er federführend zur Gründung des Veteranenvereins in Glonn bei und wurde zum 2.Vorstand gewählt. Im Jahr 1885 erwarb er das Anwesen 52 1/7 in der heutigen Feldkirchner Straße 4 und baute die ehemalige Branntweinschänke um zu einer Käserei.1886 erwarb er das Bürger- und Heimatrecht in Glonn für 20 Mark.

Er war verheiratet mit Maria, geb. Reitmair aus Aigen in Niederbayern (1845-1925), die eine 1874 geborene Tochter Therese (1874-1920) mit in die Ehe brachte.

1887 und 1893 wurde er zum Bürgermeister gewählt und blieb 12 Jahre im Amt bis 1899.

Nach seinem Tod und dem frühen Tod der Tochter übergab die Witwe Maria Türk den Betrieb an ihre Nichte und deren Mann. Als Maria Türk 1925 starb verkauften die Nachfolger und verließen Glonn.

An Sebastian Türk und seine Familie erinnert heute noch eine  Tafel an der nördlichen Kirchenmauer. 

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Aus der Amtszeit 

Sebastian Türk wurde für zwei Amtszeiten von 1887 bis 1899 ins Bürgermeisteramt gewählt. Obwohl kein gebürtiger Glonner und auch ohne großen Grundbesitz und familiären Einfluss, erwarb er sich offensichtlich schnell großes Ansehen und Vertrauen in der Bevölkerung. Seine Amtszeit fiel in die ersten Jahre der “Prinzregentenzeit”, in der Bayern unter der Regierung des Prinzregenten Luitpold eine Epoche des Friedens, des wirtschaftlichen Aufschwungs und der kulturellen Blüte, aber auch des gesellschaftlichen Wandels erlebte. Auch Glonn erlebte in dieser Zeit wirtschaftliche Stabilität und Aufschwung. Aus dem kleinen Bauerndorf war inzwischen der drittgrößte Ort im Bezirk Ebersberg mit circa 1500 Einwohnern geworden. Fast jedes Handwerk war in Glonn vertreten, die Postkutsche fuhr regelmäßig zur Bahn nach Feldkirchen Westerham, bzw. Grafing, und mehrere Gaststätten, Branntweinschänken und Cafes beherbergten nicht nur Glonner, sondern auch zunehmend auswärtige Gäste.

Das bestimmende Projekt seiner Amtszeit war die Planung und der Bau der Lokalbahn zwischen Grafing und Glonn, die 1894 eröffnet wurde, Mit ihr erhielt Glonn den Anschluss an die Bahnstrecke München-Rosenheim.

Eröffnung der Lokalbahn Glonn-Grafing am 23.5.1894 Bild: Kulturverein Markt Glonn

Im Zuge des Bahnprojekts erhielt Glonn auch die erste gemeindliche Wasserleitung, die, die ausgehend von einer Quelle im Mühlthal das Lokalkrankenhaus  versorgte. Im ersten Jahr schlossen sich auch sechs private Haushalte an die Leitung an. Finanziert wurde der Bau aus den Einnahmen aus dem “Lokal- Malz- und Bieraufschlag”, der in Türks Amtszeit neu eingeführt wurde um vorrangig die Grunderwerbskosten für den Bahnbau zu finanzieren. 

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Bilder

Die Gebetsandenken An Maria Türk+ 1925 und ihre Tochter Therese Türk +1920 und die Gedenktafel in der nördlichen Kirchenmauer in Glonn.

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Johann Beham – “Christlmüller”

Zur Person                       Aus der Amtszeit                        

Johann Beham, “Christlmüller”
Bürgermeister 1881-1887

Johann Beham wurde 1929 als 11.Kind von Matthias Beham und Anna-Maria, geb. Kirmair geboren.
Sein Vater, Zimmerermeister, war von 1821 bis 1928 Ortsvorsteher in Glonn, sein älterer Bruder Mathias von 1866-1869. J1858 heiratete Johann beham in das Schuster Anwesen in Adling (116) ein. Mit seiner Frau Corona, geb. Wagenmüller, hatte er 16 Kinder.

1876 kauften Johann und Corona Beham die Christlmühle, vom Vorbesitzer Sebastian Schlickenrieder und betrieben dort nicht nur Säge, Mühle und Landwirtschaft, sondern auch eine Zimmerei.
Johann Beham starb 1910, sein Sohn Franz-Sales Beham (1874-1946) führte Säge und Mühle weiter.  

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Aus der Amtszeit

Johann Beham war Bürgermeister in Glonn von 1883 bis 1887. Etwa 170 stimmberechtigte Bürger von etwa 1391 Einwohnern wählten am 15. November Bürgermeister, Beigeordneten und 10 Gemeinderäte, sowie 5 Ersatzleute. Am selben Tag bestätigte der “Wahlcommissär” des Königliche Bezirksamt Ebersberg die Wahl von Johann Beham, Müller von Glonn, zum Bürgermeister und Martin Zauner, Bauer in Reinstorf. 

In Behams Amtszeit fällt die Einführung der verpflichtenden Krankenversicherung für Arbeiter und Dienstboten, sowie der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Gemeinde ist zuständig für die Ermittlung und Eingebung und verwaltung der Beiträge. Der Kassier für die neue “Krankenkasse” neben Armen-, Schul-,Friedhofs- und Gemeindekasse ist ist Wolfgang Wagner, Postwirt zu Glonn, ab 1885 der Gastwirt Balthasar Mair. (Mairwirt, später Hochwimmer). Für viele Glonner Handwerksbetriebe war die Krankenversicherung ihrer Mitarbeiter, oft Söhne oder Brüder) eine Belastung, vor der sie sich in zahlreichen Anträgen beider Gemeinde zu befreien suchten. Für die vielen Taglöhner, Knechte, Mägde, Holzarbeiter etc…war es die Chance bei Krankheit und Arbeitsunfällen nicht mehr abhängig vom Wohlwollen des Dienstherren zu sein. Im Zuge dieser gesellschaftlichen Veränderung beschloß die Gemeinde Glonn auch noch in Behams Amtszeit Krankenzimmer in einem gemeindlichen Gebäude einzurichten, wo die Kranken versorgt werden konnten. Die geplanten Umbaumaßnahmen in einem gemeindeeigenen Haus stiessen aber beim Bezirksamt auf vehemente Ablehung; der bestellte Gutachter schrieb: …”fragliches Gebäude, von Riegelwänden ausgeführt, ist durchaus schadhaft, ja eine förmliche Ruine, und daher die Reparatur dieses Hauses eine gänzlich nutzlose Geldverschwendung…”
1888 wurde dann unter Bürgermeister Sebastian Türk ein Lokalkrankenhaus eröffnet, das den baulichen und hygienischenAnforderungen entsprach. 

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Die Christlmühle, Wohnhaus und Mühle vn Westen etwa 1920; Foto:privat

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nikolaus Niedermair – “Heckmoar”

Zur Person                        Aus der Amtszeit                                           Bilder   

Nikolaus Niedermair 1825-1910
Bürgermeister 1869-1881

Nikolaus Niedermair aus Netterndorf heiratete 1863 die Witwe Ursula Mühlthaler und wurde so “Heckmoar” in Hecken. Aus dieser Ehe gingen 5 Kinder hervor, die beiden ältesten Töchter gingen ins Kloster. Der älteste Sohn Johann Baptist wurde 1909 zum Priester geweiht. Er schrieb als Pfarrer in Epfendorf die erste und auch heute noch lesenswerte Chronik seines Heimatortes Glonn.
Nikolaus Niedermair starb 85jährig, den Hof übernahm der jüngere Sohn Nikolaus Niedermair.

 

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Aus der Amtszeit

Als Nikolaus Niedermair  1869  gewählt wurde, war er der erste der Titel “Bürgermeister” trug. Das Gesetz 29. April 1869 regelte die gemeindordnung neu und reformierte Zuständigkeiten und Wahlprocedere. Den Gemeinden wurde zunehmend mehr Selbstverwaltung zugestanden und die Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeindeverwaltung wuchsen.  Anstelle der bisherigen Staatskuratel (staatliche Vormundschaft) trat die Rechts- und Fachaufsicht im genau definierten eigenen und übertragenen Wirkungskreis. Im eigenen Wirkungskreis erhielten die Gemeinden die Allzuständigkeit. Wichtige Bereiche waren z.B. die Vergabe von Heimat- und Bürgerrechten, die Konzessionsvergabe für Betriebe,   die Armenpflege und die Verwaltung des Gemeindevermögens,  Zum übertragenen Wirkungskreis gehörten z.B. die Ortspolizei.

Aktives und passives Wahlrecht hatten nun alle stimmberechtigten Bürger ab 21 Jahren, ohne Ansicht ihrer Steuerzahlung. Die geheime Wahl hielt ein von der Distriktverwaltung bestellter Wahlkommissär ab, die gewählten benötigten aber immer noch die Zustimmung der Behörde.

 

 

 

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Matthias Beham

Zur Person                       Aus der Amtszeit                                 Bilder

Mathias Beham wurde 1818 als sechstes Kind von Mathias und Anna Beham (Glonn HN 25) geboren. Sein Vater, Malker und Zimmerermeister war von 1821- 1828 Ortsvorsteher von Glonn. Mathias Beham erlernte das Messerschmiedhandwerk und heiratete 1848 Anna Kobelstetter, Erbin des Messerschmied-Anwesens HN 11 (heute Feldkirchener Straße). Die beiden hatten keine Kinder, so dass seine Nichte Elisabeth Beham zur Erbin bestimmt wurde. Mathias Beham starb 1904.

Aus der Amtszeit

1867 hatte Glonn 1367 Einwohner, davon lt.einem Protokoll von 1867 192 stimmfähige Gemeindebürger.
Mathias Beham wurde 1865 zum Ortsvorsteher gewählt, seine Amtzeit endete 1869. Er war der letzte mit dem Titel “Ortsvorsteher”, im Jahr1869 trat eine neue Gemeindeordnung in Kraft, die u.a. die Zuständigkeiten der Landgemeinden und das Wahlrecht reformierte. Das mag auch der Grund für die kurze Amtszeit sein. Einen Hinweis darauf findet sich in den Gemeinderatsprotokollen nicht.  In den Protokollbüchern finden sich für seine Amtszeit 10 Protokolle, die sich überwiegend mit Heimatrechtsverleihung und Verehelichungen beschäftigen. 1867 beschloss die Gemeindeverwaltung eine Feuerspritze anzuschaffen, sowie den Bau eines Feuerhauses. 

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Bilder

Blick auf Glonn über die Feldkirchener Straße. Links das Messerschmied-Anwesen, das an dieser Stelle bereits seit dem 17.Jhd. bestand. ca. 1911

 

 

 

 

 

 

Die Schleifmühle am Kupferbach wurde auch zwei Generationen später noch betrieben. Josef Seidl mit seinen Töchtern Anna und Maria etwa 1935. Foto: Kulturverein

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Bonifaz Gruber

Zur Person                       Aus der Amtszeit                                     Bilder

Bonifaz Gruber, geb. 1805 war Sattlermeister aus Ebersberg. 1832 heiratete er Anna Wäsler, die Tochter des Wiesmüllers und erwarb das Sattleranwesen in Glonn, HN 1(heute:Prof-Lebsche-Straße1). 1855 verkaufte er das Sattleranwesen an einen Sattlergesellen aus Tölz und ließ sich mit inzwischen 8 Kindern im  Melberanwesen, HN 52, nieder.(heute: Feldkirchner Straße 8/Lebsche Haus). 1871 verkaufte er sein Hauss an den Apotheker Clemens Birzer, wohnte dort aber weiterhin als Privatier. Er starb 1881 in Glonn. Seine Frau Anna starb 1896 in Bad Aibling. 

Aus der Amtszeit

Bonifaz Gruber war von 1857 bis 1866 Ortsvorsteher in Glonn. Ds erste Protokoll mit seiner Unterschrift finden wir 1858, das letzte unterzeichnete er im Feb. 1865.Gleich zu Beginn seiner Amtszeit ließ er die gesamtgemeinde einberufen und über die Einführung eines Mehl- und Fleischaufschlöages abzustimmen. Von 190 stimmberechtigten Bürgern waren 118 anwesend, die mehrheitlich dafür stimmten. Gegenüber dem landgericht, dass diese neue Umlage genehmign musste, begründete man die Abgabe mit den Schulkosten, die aus der Schulkasse schon seit mehreren Jahren nicht mehr gedeckt werden konnten. 

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Bilder

Erinnerungstafel in der Friedhofsmauer an Bonifaz Gruber 1808-1881

 

 

 

 

 

 

 

 

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Johann Wäsler

Zur Person                        Aus der Amtszeit                                        Bilder 

Aus den Unterschriften einzelner Dokumente geht ein Ortsvorsteher Wäsler hervor, höchstwahscheinlich handelt es sich um Johann Wäsler, Wiesmüller (1819-1895). Johann Wäsler ist der zweitälteste Sohn von Johann Wäsler, Waslmüller und seiner Frau Anna, geb. Kirmair (Kottmühle). Er kauft 1850 die Wiesmühle vom Vorbesitzer Alois Wäsler.

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Aus der Amtszeit

Über eine Wahl von Johann Wäsler gibt es im Archiv keine Unterlagen. 1854 findet sich die Unterschrift “J.Wäsler/Vorsteher” in einem Kassenbuch der Gemeinde, mit einem Beschluß über die Festlegung der Bezüge von Vorsteher und Pfleger. Ab 1856 unterschreibt wieder, wie schon von 1848 bis 1854, Nikolaus Greythanner. Möglicherweise war Greythanner  von 1854 bis 1856 krank oder konnte sein Amt aus anderen Gründen nicht ausüben und wude solange von einem der beiden Wäslers vertreten.

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Aus dem Kassenbuch der Gemeinde 1854 – Festlegung der bezüge von Vorsteher und Pfleger mit der Unterschrift von Johann Wäsler, 30.9.1854

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ortsvorsteher vor 1848

Ortsvorsteher gab es in den bayerischen Gemeinden seit 1808, davor waren Obmänner mit einigen wenigen Aufgaben der dörflichen Gemeinschaft betraut. Die niedermaier Chronik von 1909 nennt noch einige Vorsteher vor 1848, Hans Obermair hat die in der Niedermair Chronik erwähnten um weitere ergänzt: Nachweise sind oft nur einzelne Unterschriften oder Erwähnungen auf anderen Dokumenten (z.B.Kaufverträgen oder Beschwerden)

Obmann Kranner um 1807
Josef Wenig “Huberbauer”, Glonn um 1810
Sigmund Wagner, Wirt, vor 1821
Mathias Beham, Zimmerermeister, um 1821
Josef Angerer um 1828
Johann Obermair um 1831
Franz Schuster um 1835
Anton Ehscheid, Schmied, Balkham, um 1842
Thomas Grasberger, Kreuz, 1847

 

 

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