Zur Person Aus der Amtszeit

Johann Beham, “Christlmüller”
Bürgermeister 1881-1887
Johann Beham wurde 1929 als 11.Kind von Matthias Beham und Anna-Maria, geb. Kirmair geboren.
Sein Vater, Zimmerermeister, war von 1821 bis 1928 Ortsvorsteher in Glonn, sein älterer Bruder Mathias von 1866-1869. J1858 heiratete Johann beham in das Schuster Anwesen in Adling (116) ein. Mit seiner Frau Corona, geb. Wagenmüller, hatte er 16 Kinder.
1876 kauften Johann und Corona Beham die Christlmühle, vom Vorbesitzer Sebastian Schlickenrieder und betrieben dort nicht nur Säge, Mühle und Landwirtschaft, sondern auch eine Zimmerei.
Johann Beham starb 1910, sein Sohn Franz-Sales Beham (1874-1946) führte Säge und Mühle weiter.
Aus der Amtszeit
Johann Beham war Bürgermeister in Glonn von 1883 bis 1887. Etwa 170 stimmberechtigte Bürger von etwa 1391 Einwohnern wählten am 15. November Bürgermeister, Beigeordneten und 10 Gemeinderäte, sowie 5 Ersatzleute. Am selben Tag bestätigte der “Wahlcommissär” des Königliche Bezirksamt Ebersberg die Wahl von Johann Beham, Müller von Glonn, zum Bürgermeister und Martin Zauner, Bauer in Reinstorf.
In Behams Amtszeit fällt die Einführung der verpflichtenden Krankenversicherung für Arbeiter und Dienstboten, sowie der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Gemeinde ist zuständig für die Ermittlung und Eingebung und verwaltung der Beiträge. Der Kassier für die neue “Krankenkasse” neben Armen-, Schul-,Friedhofs- und Gemeindekasse ist ist Wolfgang Wagner, Postwirt zu Glonn, ab 1885 der Gastwirt Balthasar Mair. (Mairwirt, später Hochwimmer). Für viele Glonner Handwerksbetriebe war die Krankenversicherung ihrer Mitarbeiter, oft Söhne oder Brüder) eine Belastung, vor der sie sich in zahlreichen Anträgen beider Gemeinde zu befreien suchten. Für die vielen Taglöhner, Knechte, Mägde, Holzarbeiter etc…war es die Chance bei Krankheit und Arbeitsunfällen nicht mehr abhängig vom Wohlwollen des Dienstherren zu sein. Im Zuge dieser gesellschaftlichen Veränderung beschloß die Gemeinde Glonn auch noch in Behams Amtszeit Krankenzimmer in einem gemeindlichen Gebäude einzurichten, wo die Kranken versorgt werden konnten. Die geplanten Umbaumaßnahmen in einem gemeindeeigenen Haus stiessen aber beim Bezirksamt auf vehemente Ablehung; der bestellte Gutachter schrieb: …”fragliches Gebäude, von Riegelwänden ausgeführt, ist durchaus schadhaft, ja eine förmliche Ruine, und daher die Reparatur dieses Hauses eine gänzlich nutzlose Geldverschwendung…”
1888 wurde dann unter Bürgermeister Sebastian Türk ein Lokalkrankenhaus eröffnet, das den baulichen und hygienischenAnforderungen entsprach.
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