Archiv der Kategorie: Allgemein

Spielplätze in Glonn


In der Marktgemeinde Glonn gibt es ca. 11 öffentliche Spielplätze, welche gerne genutzt werden können. Wir bitten die Nutzer jedoch die Regeln einzuhalten und die Spielplätze sauber zu hinterlassen.
Sollte Ihnen eine Beschädigung oder Verunreinigung auffallen, so bitten wir Sie diese im Bauamt zu melden.
In obigen Plan, auf welchem die Spielplätze eingezeichnet sind, können Sie die Details einzoomen.

  1.  Adolf-Kolping-Straße
  2.  Am Seestall
  3.  Am Schmiedberg
  4.  Bialasstraße
  5.  Filzenstraße
  6.  Franz-Kaltner Straße
  7.  Geschwister-Scholl Straße
  8.  Spitztränkbogen
  9.  Preysingstraße
  10.  Postanger
  11.  Sudetenlandstraße

Glonner Dorffest 2019

Dorffest 2019 – vier Tage Feierlaune!
Ende Juli winken nicht nur die lang ersehnten Sommerferien, sie beginnen auch gleich mit dem Glonner Fest, das nicht minder sehnsüchtig erwartet wird! Am 26. Juli beginnt der fast viertägige Spaß für Groß und Klein um 19 Uhr auf dem Glonner Dorffestplatz mit dem traditionellen Anstich durch den Bürgermeister. Die perfekte Gelegenheit bei Getränk und Brotzeit in das Wochenende zu starten; und wer nur einen kurzen Besuch mit Familie plant, bekommt vor Beginn des Bandauftritts sein Eintrittsgeld wieder zurück. Danach verspricht dann die Coverband Nirwana wie bereits im letzten Jahr mit einem Open Air Konzert eine lange Nacht mit Gutelaunegarantie – durstige Kehlen kommen an der Bar auf ihre Kosten. Den Beginn am Samstag macht traditionell der WSV mit seinem Kinderfest. Bei Kaffee und Kuchen kann dem Nachwuchs beim Durchlaufen der verschiedenen Spielstationen zugesehen und neue Kräfte für das Abendprogramm gesammelt werden. Musikalisch gehört die Glonner Musi zum Samstagabend einfach dazu. Neben dem Auftritt der Plattler und Veranstaltungen für die Dorfmeisterschaften darf neben dem musikalischen Highlight kulinarisch genossen werden. Das gilt für den Sonntag nicht minder, der nach dem geistlichen Auftakt mit dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche mit dem Frühschoppen startet und am frühen Nachmittag zum Bestaunen der lebendigen Fußballkicker einlädt. In einem Human-Kicker-Turnier messen sich die Mannschaften im Kampf um Tore und Sieg. Etwas eleganter könnte im direkten Vergleich der Auftritt der ASV Tänzerinnen ausfallen, der sich am späten Nachmittag anschließt und die musikalische Überleitung in den Abend darstellt. Für die Tanzparty reisen in diesem Jahr „Die lustigen Bergla“ an, um das Publikum auf die Tanzfläche zu locken. Nach den Siegerehrungen gehört auch in diesem Jahr das Feuerwerk als fester Bestandteil dazu und läutet den Abschlusstag des Dorffests ein. Wer am Montag direkt von der Arbeit das Dorffest genießen möchte, ist in diesem Jahr auch herzlich eingeladen, den Tag mit der Belegschaft gemütlich ausklingen zu lassen und dem Tag der Betriebe neuen Schwung zu verleihen. Der Dorffestverein, in diesem Jahr nochmals unter der Federführung des ASV Glonn freut sich auf ein buntes, offenes und friedliches Fest für alle Glonner und Gäste von außerhalb.

Monika Wilken

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Bildergalerie 175 Jahre Glonner Musi

Bilder sagen manchmal mehr als Worte, beim viertägigen Fest zum Jubiläum der Glonner Musi war die Stimmung grandios. Hier ein paar Impressionen.
Fotos: Alle Heide Künzner, außer dem Samstagskonzert (Johannes Schmidt) und dem Festgottesdienst (Ramona Meisl)
Das war das Programm:
Fr., 10.05.2019:
Weinfest mit der Kapelle So&So und der
Stoabuckl Musi, Beginn 19:30 Uhr
Sa., 11.05.2019:
Glonner Musi: Nacht der Musik, Einlass ab 18:30 Uhr, Beginn 20:00 Uhr (Kartenvorverkauf bei Schuhe Sport Obermair Glonn)
So., 12.05.2019:
Festsonntag mit Feldgottesdienst und Festnachmittag
mit mehr als 11 Kapellen
Mo., 13.05.2019:
Kesselfleisch, Beginn 19:00 Uhr

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Bildergalerie Royaler Besuch in Herrmannsdorf

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Bildmaterial: Herrmannsdorfer Landwerkstätten – Fotografin Vivi di Angelo

Royaler Besuch von Prinz Charles und Herzogin Camilla in Herrmannsdorf


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Weißblauer Himmel, alle stehen in den Startlöchern für den hohen Besuch, der am späten Vormittag erwartet wird. Prinz Charles und Herzogin Camilla, die nach ihrer Reise durch Deutschland als letzte Station den Biobauernhof im Osten von München besichtigen möchten sind auf dem Weg nach Herrmannsdorf.
Seit Tagen laufen die Vorbereitungen. Im Innenhof ist ein Marktplatz aufgebaut, an
dem die Herrmannsdorfer Lebensmittel präsentiert werden. Um 11.10 Uhr fährt die
Polizeieskorte vor und kurz danach kommen die schwarzen Limousinen der
Botschaft und auch die von Prinz Charles. Am Wegesrand haben sich viele royale
Fans eingefunden, um den Prinzen willkommen zu heißen. Er steigt aus und wird
von der Geschäftsführerin Sophie Schweisfurth und ihrem Mann Mathias
Stinglwagner begrüßt. Mit seinem Besuch bringt er zum Ausdruck, dass er
ökologische Landwirtschaft fördert und nachhaltige Themen unterstützt. Mit einer
Delegation geht es dann zu der Symbiotische Weide wo Hühner, Schweine und
Rinder zusammenleben. Als großer Bienenliebhaber besichtigt er natürlich auch den
Herrmannsdorfer Bienengarten und die Biogasanlage.
Die nächsten schwarzen Limousinen erreichen das Gut. Herzogin Camilla erscheint
um 12 Uhr und wird von Mathias Stinglwagner und Gudrun Schweisfurth begrüßt.
Kurz danach begibt sie sich in die Handwerkstatt, wo bereits 20 Hof- und
Kindergartenkinder aus Herrmannsdorf beim Brezn drehn mit dem Bäckermeister
Michael Korbmann zugange sind. Bei einem kleinen Espresso der Kaffeerösterei
Merchant and Friends wartet sie im Anschluss auf Prinz Charles und gemeinsam
bummeln sie über den Marktplatz und bekommen hier vom Herrmannsdorfer
Metzgermeister Jürgen Körber und seinem gesamten Team einen 2 Jahre alten
Knochenschinken überreicht. Im Anschluss schütteln sie viele Hände, verkosten
Produkte, lassen sich Zeit für Gespräche und sind sehr interessiert an dem
Dargebotenen.
Sophie Schweisfurth war sehr angetan vom positiven persönlichen Gespräch mit
dem Prinzen und der Erkenntnis, dass sie die gleiche Werteorientierung verbindet.

Stefanie Schmid
Herrmannsdorfer Landwerkstätten Glonn
Bildmaterial: Herrmannsdorfer Landwerkstätten – Fotografin Vivi di Angelo

Ein halbes Jahrhundert Christuskirche Glonn

Link: Das Festprogramm
Eingeweiht am 15. Mai 1969, feiert unsere Christuskirche im Mai ihren 50.Geburtstag. Was hat sie nicht alles erlebt in dieser Zeit – und was haben wir alle mit ihr erlebt, und wie kam es überhaupt zum Bau einer evangelischen Kirche in Glonn.

Die ersten evangelischen Christen war eine, Anfang des 20.Jahrhunderts aus Franken zugezogene Familie eines Bahnbediensteten. In Moosach siedelte sich ein Zimmerermeister an. 1922 wurde für den Raum Ebersberg/Grafing der „Evangelische Verein Grafing und Umgebung“ gegründet. Gottesdienste fanden nun nicht mehr in Feldkirchen bei München statt, sondern im -weit bequemer zu erreichenden- Sitzungssaal des Rathauses in Grafing. Bedeutenden Zuwachs an Evangelischen bekam die Glonner Gemeinde dann während des Zweiten Weltkrieges, als Frauen und Kinder aus den Großstädten evakuiert wurden. Vor allem aber vergrößerte sich die Gemeinde nach dem Krieg durch Vertriebene und Ausgewiesene aus der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien.

Seit 1945 gab es dann auch in Glonn im Rathaussaal regelmäßige Gottesdienste. Pfarrer Müller kümmert sich seit 1947 unter anderen um die Evangelischen in Glonn. 1958 wird Ebersberg-Grafing eine eigene Kirchengemeinde, die Pfarrer Dimmling bis 1964 leitet. Von ihm gingen maßgebliche Impulse zur Errichtung der Christuskirche aus.

1964 übernimmt Pfarrer Hiller die Pfarrei Ebersberg-Grafing und treibt den Bau der Kirche weiter voran. Der Entwurf des Münchner Architekten Theodor Henzler wird ausgewählt und verwirklicht. Am Himmelfahrtstag 1969 wird die Christuskirche in einem feierlichen Gottesdienst unter Leitung von Kreisdekan Hans Schmid eingeweiht.

Seit dieser Zeit entwickelte sich in Glonn unter den verschiedenen Pfarrern, Diakonen und später auch den Pfarrerinnen ein reges Gemeindeleben. Neben den Gottesdiensten finden anfänglich unter anderen eine Jugendgruppe, ein Bibelkreis und ein Frauengesprächskreis statt. Auch heute noch kommen neben den Gottesdiensten Jugendliche im Konfirmandenkurs zusammen, gibt es eine Eltern-Kind-Gruppe, einen Besuchsdienst für das Marienheim, ökumenische Veranstaltungen, Konzerte in der Kirche, Sommerfeste und viele andere Anlässe, an denen Menschen unter Gottes Wort zusammenkommen.

Ganz herzliche Einladung ergeht an alle zu unserem Festgottesdienst am 12.Mai, an dem Regionalbischöfin Susanne  Breit-Keßler die Predigt halten wird. Im Rahmen der Feierlichkeiten gibt es auch ein Rahmenprogramm mit Vortrag, Ausstellung und Konzert.

Ich freue mich auf viele Menschen, die den Geburtstag unserer Jubilarin mitfeiern.

Ghita Lenz-Lemberg, Pfarrerin

Zinneberg trauert um Martin Esterl

Die Tücke mit dem Nachruf oder:

Zinneberger An-Denken an Altbürgermeister und ehemaligen Mitarbeiter auf Schloss Zinneberg,  Martin Esterl!

Nachrufe haben so ihre Tücke – für mich zumindest. Leicht sieht man das ein oder andere überhöht, verklärt, wird Menschen und Lebensabschnitten auch nicht immer gerecht. Dennoch ist es gut und richtig, dass Erinnerungen an Menschen lebendig bleiben – durch Zurückschauen auf Begegnungen, Erlebnisse. Es ist ein Sammeln von Andenken. Diese können einen selbst zum Denken, zum An-Denken der einen oder anderen Haltung anregen, verbunden mit der Frage: „Gibt’s da vielleicht das berühmte ‚Radl“, das ich mir abschneiden sollte?“ Vielleicht klingt das jetzt etwas „ bayerisch gschraubt“, aber damit bin ich schon bei einem ersten An-Denken. „Gschraubt“ habe ich ihn nie erlebt den Esterl Martin bei den verschiedenen Begegnungen bei uns „herobn“ in Zinneberg. Eher hin und wieder etwas quer denkend, womit wir natürlich bei einem berechtigten, sicherlich nicht immer bequemen Wesenszug sind. An-Denken heißt aber in diesem Fall für mich, sich quer und schräg denken zu erlauben, nur so bleibt Leben lebendig.

Was gibt es für  zum An-Denken, wenn ich an Martin Esterl denke? Auf drei für mich An-Denkenswerte Episoden möchte ich eingehen. Zunächst geht es da zurück in die 90iger Jahre, als er noch Lehrer bei uns in Zinneberg war. Bei den damaligen Faschingsvorführungen des Heimes (es gab nur ein Mädchenheim, daran angeschlossen Schule und Ausbildung), war er sowohl nachmittags bei der „offiziell-würdigen Faschingsfeier“ zu Gast, als auch am Abend beim „internen Spektakel“. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass ein dreitägiger berufspflichtiger Faschingsmarathon bei Schwestern und Betreuerinnen nicht die helle Begeisterung auslöste. Dennoch hieß es Haltung bis in die späten Abendrunden zu wahren. Abends mischte sich Martin Esterl, kreativ dekoriert, wieder ins Getümmel. Rückblickend denke ich mir als überzeugter Faschingsmuffel, wie konnte er sich das antun? Vielleicht nur mit der Haltung: „De Gaudi stenga mir gemeinsam durch!“ Immer hatte er eine Überraschung im Gepäck, Eis, Überraschungstüten für die Jugendlichen oder Fischsemmeln für die faschingsgeplagten Betreuerinnen und Schwestern, denn „i hob mir denkt, dass Eich des pappige Zeugs net immer schmeckt“. Er hat halt hingehört und gespürt, was seinen PädagogenkollegInnen gut tun könnte. An-Denken heißt in diesem Fall für mich die Notwendigkeit des Hinhörens und Hineinversetzen in die Situation des anderen, was nicht nur im Pädagogen-Dunstkreis seine Notwendigkeit hat:

Drandenken werde ich auch an Martin Esterl und seine Glonner Leinentasche. „Die Taschen san praktisch und ich mach dann a glei immer Werbung!“ Ob zu Besprechungen oder einfach nur zum Einkauf im Klosterladen, er hielt sie fest oder sie ihn?? Ob so oder so und ohne weiß-Gott-was in eine einfache Stofftasche hinein zu interpretieren, Martin Esterl konnte ich seine Heimatverbundenheit abnehmen und nachvollziehen. An-Denken heißt in diesem Fall für mich um die Notwendigkeit zu wissen beheimatet zu sein und Heimat zu schenken. Es bedeutet für mich Tradition zu hinterfragen und zu wahren und offen zu sein für Neues: Heimatverbundenheit heißt Menschenfreundlichkeit.

Schließlich erinnere ich mich an den PC-Unterricht von Martin Esterl, den er Mitte der 90iger Jahre einigen Zinneberger Schwestern und MitarbeiterInnen gab. Der Beginn der digitalen Revolution bewegte sich noch sehr handsam zwischen nervig-fahrigen Mausbewegungen und harmlosesten Computerspielen wie Affen-Bananen-Weitwurf. Jeden Donnerstag, unerbittlich 9.30 Uhr, Unterricht! „Ihr könnts doch nicht weniger wissen, als die Schülerinnen!“, so ermahnte er mich einmal, nicht im Eifer nachzulassen. Heute über 25 Jahre später, halte ich mich für relativ fit, was den Gebrauch des PC anbelangt. Ich habe weitergeübt, bin nicht beim Bananen-Weitwurf stehen geblieben. Ich denke aber immer noch dankbar an diesen Unterricht. Oft haben Martin Esterl und ich darüber geredet und geschmunzelt. Es war eine Art „Initialzündung“. Martin Esterls Überzeugung machte mir Mut, Neues und damals Unbekanntes in Angriff zu nehmen. An-Denken heißt in diesem Fall für mich, die Bereitschaft sich den Herausforderungen der Zeit, der Gegenwart zu stellen und daran zu wachsen.

Es heißt aber auch für mich Dankbarkeit! In diesem Sinne Danke, Martin Esterl von uns “herobn” auf Schloss Zinneberg!

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Gemeindearchiv der Marktgemeinde Glonn

Herzlich Willkommen auf der Seite des Gemeindearchivs der Marktgemeinde Glonn !

Sie finden das Archiv im Rathaus:
Marktplatz 1, 85625 Glonn
Barbara Kreutzer,  Zi.303

Dienstag und Mittwoch 8.30 -16.00 Uhr
Donnerstag                      8.30 -12.00 Uhr

Tel.: 08093/9097-46
Email: barbara.kreutzer@glonn.de

“Heute ist die gute alte Zeit von morgen” (Karl Valentin)

Bitte haben sie Verständnis dafür, dass sich diese Seite noch im Aufbau befindet und noch nicht alle Inhalte vollständig sind. Auch der ein oder andere Fehler kann noch auftauchen… Danke!

Das Archiv – Das Gedächtnis der Gemeinde

Kommunalarchive werden gerne als “Gedächtnis” der Gemeinden und ihrer Bürgerschaft bezeichnet, die sie tragen. Ihre Aufgaben haben ihre gesetzmäßige Verankerung in Art. 57 Abs. 1 der Bayerischen Gemeindeordnung und Art. 13 Abs. 2 des Bayerischen Archivgesetzes. Sie reichen von der Bewahrung, Bewertung und Erschließung bis zur Nutzbarmachung und Auswertung der Schriftgutüberlieferung.

Historisches Wissen in Form von Bildern, Dokumenten, Briefen; Akten etc. zu erhalten,  erfahrbar und zugänglich zu machen, und darüber hinaus zu gewährleisten, dass das Handeln der kommunalen Verwaltung über Jahrzehnte und Jahrhunderte kontinuierlich transparent und nachvollziehbar ist, sind die Aufgaben des Kommunalarchivs. Dazu kommt, als ortshistorisch ebenso wichtige  Aufgabe des Kommunalarchives das Sammeln und Bewahren von Zeitzeugnissen z.B. aus Nachlässen, von Fotos, Filmen, Postkarten, Sterbebildern, privaten Dokumenten wie Tagebüchern oder Briefen oder auch niedergeschriebenen Erinnerungen. Hier freue ich mich sehr über jede Mithilfe und Unterstützung von Glonner Bürgerinnen und Bürgern, die solche Dokumente dem Archiv in Original oder Kopie zur Verfügung stellen.

Als ich im Mai 2017 mit der schönen Aufgabe betraut wurde für die Gemeinde Glonn ein Archiv aufzubauen, befand sich das „Gedächtnis der Gemeinde“ zum größten Teil noch im Keller des Rathauses, insgesamt existierten circa 130 laufende Meter an Akten, Papieren, Amtsbüchern, Karteien, Fotos, Büchern – der Beginn der kontinuierlichen Aufzeichnungen zum Beispiel bei den Ratsprotokollen oder den Kassenbücher beginnt in den 1850er Jahren.

Auch wenn inzwischen über 2000 Dokumente digital auffindbar sind, wird es doch noch einige Zeit dauern, dieses historische Gedächtnis des Marktes aus dem Dämmerschlaf zu reißen. Die Dokumente aus der Zeit von 1850 bis ca.1915  sind zudem meist in einem schlechten Zustand, aus dem Zusammenhang gerissen und natürlich durchgehend handschriftlich und in alter deutscher Schrift, bzw. Sütterlin verfasst. Zumindest einige davon sollten zur besseren Zugänglichkeit für die zukünftigen Nutzer transkribiert werden, (z.B. Ratsprotokolle; Gewerbeverzeichnisse, Gemeinderevisionen, Verhandlungen über Bauvorhaben, etc…). Trotzdem steht das Archiv natürlich schon jetzt allen an Orts- oder Familiengeschichte interessierten Bürgerinnen und Bürgern, für Forschungsarbeiten oder Veröffentlichungen, für Öffentlichkeitsarbeit oder Bildungs- und Kulturarbeit (z.B. Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern) zur Verfügung und ich freue mich, jede Anfrage nach Kräften zu unterstützen.

 

Die erste Glonner Chronik

Die alte Knabenschule

Johann-Baptist Dunkes  1807-1877
Ein Glonner Lehrer – er schrieb 1868  eine erste Glonner Chronik

Von Hans Obermair

Das Revolutionsjahr 1848:  Nicht nur, dass  König  Ludwig I abzutreten hatte und dass die sogenannte Bauernbefreiung – alle Bauern waren jetzt Eigentümer, wie kaum vorher und nachher neue Strukturen auf dem Lande ermöglichten, sondern auch, dass sich die Demokratiebewegung einem Durchbruch näherte. Deren Höhepunkt war 1849/50  mit der Frankfurter Nationalversammlung. Wie Niedermair und Koller schreiben,  war Dunkes  dabei. Zwar nicht als Abgeordneter, sondern als Delegierter für die Wahl. Bayern hatte man sich nämlich für ein Wahlmännersystem entschieden.  Je 400 Wahlberechtigte  (Männer ab 25/ Steuerzahler usw.) war es einer.  Das  bedeutete für  Glonn etwa einen Wahlmann. Dass dies der „arme“ Lehrer ist und  nicht  ein reicher Bürger, lässt die überregionale Bedeutung von Dunkes vermuten. So auch, dass er, wie auch immer, als Wahldelegierter in Frankfurt dabei war.

Warum ging Dunkes 1840, aus Freising gebürtig, so wie auch die Wagner´s (Post), vorher Lehrer in Lenggries und Berchtesgaden, nach Glonn. Mit Frau Katharina, eine Milchmannstochter („Millimadl“) aus München gab es bereits  sieben Kinder. Wahrscheinlich  konnte in Glonn mit der erst 1838 neu gebauten Schule für die Großfamilie die Wohnungsfrage gelöst werden. In Glonn kamen sieben weitere Kinder hinzu, wovon vier im Kindesalter starben. Bei den Schicksalen der Kinder ist das von Amalia (*1834) besonders bemerkenswert: Ab 1857 hatte sie drei unehelich Kinder. Vater war jeweils Graf Alois von Arco Steppberg, Sohn der Kurfürstenswitwe Leopoldine (Enkelin von Kaiserin Maria-Theresia) und Bruder des früheren Zinneberger Graf  Max. Das „Lehrerdirndl“  war wohl irgendwie Ersatz in der kinderlosen Ehe, die der Graf 1830 mit  Irene von Pallavicini eingegangen war. Und so wurden die drei Kinder auch „gräflich“ alimentiert, schließlich waren sie ja auch kaiserliche Ururenkel. Vielleicht war das auch die Basis für die Heirat von Amalia mit dem Mechaniker Kollmann aus Schwabing.

1868 im Jahr seiner Pensionierung legt Dunkes sein 24-seitiges, handgeschriebenes „Lagebuch“ (Chronik)  vor. Ob er das  als Gemeindeschreiber zu erledigen hatte, oder es privat schrieb, ist nicht bekannt. Jedenfalls es ist ein  Werk, das Einblick in die Glonner Verhältnisse bis 1868 gibt. Über Kirchen, Kapellen,  Landschaft, Landwirtschaft, Gewerbe, Schule und Schloss Zinneberg steht hier einiges geschrieben.  Also: Für die heutige Heimatforschung eine wichtige Quelle. Dunkes verstirbt 1877, verwitwet, im Haushalt seiner ledigen Tochter Josefine und ist in Glonn begraben. Eine Straße nach ihm zu benennen, war schon einmal im Gespräch.