Archiv der Kategorie: Bürgermeister

Bürgermeister

zurück zu “Verwaltung&Politik”

Ludwig Mayer – “Neuwirt”

Zur Person             Aus der Amtszeit              Nachruf /Sterbebild                   Bilder

Ludwig Mayer, “Neuwirt”, 1890-1977

Ludwig Mayer wurde  am 31.12.1890 als 6. Kind der Eltern Magdalena Dichtl und Josef Mayer geboren.Er wäre gerne Berufsmusiker geworden, musste aber nach der Heimkehr aus dem ersten Weltkrieg und dem frühen Tod des Vaters (1914), die elterliche Gaststätte, den “Neuwirt” übernehmen. Der Musik blieb er sein Lebenlang treu, er gründete ein Haus-Salon-Orchester, wirkte im Kichenchor mit,veranstaltete Konzerte und beherbergte im “Neuwirt” berühmte Musiker wie den Komponisten Prof.Bialas. Am 3.10.1977 ist er in Glonn gestorben.

 

nach oben

Aus der Amtszeit

Nach den Wahlen am 8.12.1929 löste Ludwig Mayer 1930 Josef Meßner ab. Er trat als Kandidat der Liste”Einigung” aus BVP und Bauern- und Mittelstand zur Wahl an . Seine Gegenkandidaten waren Josef Altinger und  sein Vorgänger Josef Meßner.Das wichtigste Projekt seiner kurzen Amtszeit war der Bau des Rathauses am Marktplatz anstelle des alten “Surauerhauses”und die Einführung eines Glonner Wappens mit Forelle und Mühlrad.

Nach der Machtergreifung lösten die Nationalsozialisten zum 1.4.1933 den Gemeinderat auf und bestimmten die Angleichung der Gemeinderatssitze an die Ergebnisse der Reichtagswahl vom 5.3.1933. Ludwig Mayer blieb Bürgermeister, bis er am 8.9.1933 aus “Gesundheitsgründen” zurücktrat, eher wahrscheinlich ist, dass er zum Rücktritt gedrängt wurde, da er bis dahin noch nicht in die Partei eingetreten war. Auch der zweite Bürgermeister, August Lanzenberger trat zurück. Am 8.9.1933 wurde dessen Bruder,der Kunstmaler Georg Lanzenberger zum ersten und Franz-Sales Maier zum zweiten Bürgermeister gewählt. 

Fast alle Gemeinderatsmirglieder mussten spätestens zu diesem Zeitpunkt ihr Amt wegen des inzwischen eingetretenen Parteienverbots abgeben und es wurden von der Kreisleitung 9 neue Gemeinderäte bestimmt.

nach oben

Nachruf/Sterbebild

nach oben

Bilder

Familie Ludwig und Maria Mayer, geb. Winhart mit ihren Kindern und einer Angestellten vor dem “Neuwirt”, etwa 1925  

Im Lazarett Zinneberg bei einer Aufführung “Heimatklänge”, drei Herren mit Mandoline, Klavier und rechts Ludwig Mayer mit Geige, 1917

nach oben

zurück zu “Bürgermeister bis 1945”

Josef Meßner

Zur Person                       Aus der Amtszeit                     Nachruf                        Bilder

Joseph Meßner
Bürgermeister 1919-1930

Josef Meßner wurde 1867 als Sohn des Malers und Vergolders Peter Meßner in Glonn geboren. Sein Onkel war der früh an einer Bleivergiftung verstorbene Kirchenmaler Magus Meßner. Josef Meßner übernahm nach dem ebenfalls frühen Tod seines Bruders (auch Kirchenmaler) das Anwesen am Marktplatz und richtete etwa 1891 eine Schlosserwerkstatt ein. Mit seiner Frau Therese, geb. Zitzelsberger hatte er vier Kinder: Berta, Hedwig, Maria und Josef. Er starb 1952 in Glonn.

nach oben

Aus der Amtszeit

Am 6.6.1919 fanden die ersten Wahlen im jungen Freistaat Bayern nach dem Ende der Monarchie statt. Zum ersten Mal hatten alle Männer und Frauen ab 21 Jahren das aktiver und passive Wahlrecht. Der Gemeinderat umfasste wie bisher 12 Gemeinderäte und den 1.Bürgermeister.

In Glonn gab es bei 1652 Einwohnern 944 Wahlberechtigte, davon 464 Männer und 480 Frauen. Zur Abstimmung gingen 550 Personen, davon 285 Männer und 265 Frauen. Zum ersten Mal kandidierte auch eine Frau als Bürgermeisterin: Creszenz Lechner, die Ehefrau des Zimmerers Florian Lechner. Die anderen Kandidaten waren Nikolaus Niedermair (Bauernbund) und  Joseph Landthaler (BVP). Joseph Meßner trat für die Sozialdemokraten an und erhielt 317 Stimmen. Mit der Liste “Einigkeit” traten alle Bewerber um den Gemeinderat gemeinsam an.

Bei der nächsten Wahl am 7.12.1924 traten als Bürgermeisterkandidaten Joseph Meßner und Johann Kiermair an. Mit 456 Stimmen von 765 abgegebenen Stimmen wurde Joseph Meßner wiedergewählt. Die Gemeinderatskandidaten traten, wie schon 1919, auf einer gemeinsamen Liste an.

nach oben

Nachruf/Sterbebild

 

Bilder

Familie Joseph und Therese Meßner mit den Kindern Berta(+1892), Hedwig(*1898) und Maria (*1907), etwa 1910

nach oben

zurück zu “Bürgermeister bis 1945”

August Lanzenberger

Zur Person                       Aus der Amtszeit                   Nachruf                            Bilder

August Lanzenberger *1863+1912
Bürgermeister von 1899-1912

 August Lanzenberger wurde  am 10.11.1863 als Braumeisterssohn in Beyharting geboren.
Er starb am 8.1.1912 mit nur 49 Jahren in Glonn.

August Lanzenberger war Metzger, das Bürgerrecht in Glonn erwarb er am 3.3 1885, um dann am 23.3.1885 Maria Gruber aus Siegertsbrunn zu heiraten und sich in Glonn niederzulassen.

Damit legitimierten sie das erstgeborene, uneheliche Kind und bekamen weitere 6 Kinder, von denen (nur) eines im Kindesalter starb.

1873 hatte sein Vater Anton Lanzenberger das Anwesen Hs.Nr.4 gekauft, das Gasthaus Mühllehner; 1898 kaufte August  das Nachbaranwesen dazu, riss beide Gebäude ab und an deren Stelle entstand das heutige Gebäude,  das “Gasthaus Lanzenberger”.

1899 wurde er zum Glonner Bürgermeister gewählt und behielt dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1912.  

nach oben

Aus der Amtszeit

August Lanzenbergers Amtszeit während der “Prinzregentzenzeit” war durch sich stetig vermehrenden Wohlstand und technischen Fortschritt auch auf dem Lande gekennzeichnet. Die  Lokalbahn,  5 Jahre vor seinem Amtsantritt gebaut, verband Glonn nun endlich nicht nur bei schönem Wetter mit Grafing, Ebersberg und München und wurde rege genutzt.

Auch die Sommerfrischler und Ausflügler aus München begannen sich für Glonn und seine schöne Landschaft zu interessieren – der Verschönerungsverein gab 1908 den ersten Prospekt heraus. Zu den um die Jahrhundertwende gegründeten Vereinen kamen immer noch neue hinzu, das bürgerschafltiche Engagement belebte die dörfliche Gesellschaft. Die Elektrifizierung schritt voran, schon 1904 wurden die 15 Straßenlaternen auf elektrischen Betrieb umgestellt. Im Jahr 1901 erhielt der aufstrebende Ort das Recht, sich “Markt Glonn” zu nennen.

Glonn war mit rund 1600 Einwohnern immer noch der zweitgrößte Ort im Landkreis nach Ebersberg und es sollte noch bis nach dem Zweiten Weltkrtieg dauern, bis sich das änderte. 

Zwei große Bauprojekte in Lanzenbergers Amtszeit waren ein neues Feuerwehrhaus in der heutigen Wolfgang-Wagner-Straße und das Mädchenschulhaus.

nach oben

Nachruf     

 

nach oben

Bilder

oben: der alte Gasthof Lanzenberger wurde 1898 abgerissen und neu aufgebaut.

nach oben

zurück zu “Bürgermeister bis 1945”

Sebastian Türk 1843-1917

Zur Person                       Aus der Amtszeit                        Bilder

Sebastian Türk
Bürgermeister 1887-1899

Sebastian Türk wurde 20. Januar 1843 in Zöschingen im Allgäu geboren. In den Jahren 1866 bis 1871 war er Soldat und liess sich danach in Glonn nieder. 1874 trug er federführend zur Gründung des Veteranenvereins in Glonn bei und wurde zum 2.Vorstand gewählt. Im Jahr 1885 erwarb er das Anwesen 52 1/7 in der heutigen Feldkirchner Straße 4 und baute die ehemalige Branntweinschänke um zu einer Käserei.1886 erwarb er das Bürger- und Heimatrecht in Glonn für 20 Mark.

Er war verheiratet mit Maria, geb. Reitmair aus Aigen in Niederbayern (1845-1925), die eine 1874 geborene Tochter Therese (1874-1920) mit in die Ehe brachte.

1887 und 1893 wurde er zum Bürgermeister gewählt und blieb 12 Jahre im Amt bis 1899.

Nach seinem Tod und dem frühen Tod der Tochter übergab die Witwe Maria Türk den Betrieb an ihre Nichte und deren Mann. Als Maria Türk 1925 starb verkauften die Nachfolger und verließen Glonn.

An Sebastian Türk und seine Familie erinnert heute noch eine  Tafel an der nördlichen Kirchenmauer. 

nach oben

Aus der Amtszeit 

Sebastian Türk wurde für zwei Amtszeiten von 1887 bis 1899 ins Bürgermeisteramt gewählt. Obwohl kein gebürtiger Glonner und auch ohne großen Grundbesitz und familiären Einfluss, erwarb er sich offensichtlich schnell großes Ansehen und Vertrauen in der Bevölkerung. Seine Amtszeit fiel in die ersten Jahre der “Prinzregentenzeit”, in der Bayern unter der Regierung des Prinzregenten Luitpold eine Epoche des Friedens, des wirtschaftlichen Aufschwungs und der kulturellen Blüte, aber auch des gesellschaftlichen Wandels erlebte. Auch Glonn erlebte in dieser Zeit wirtschaftliche Stabilität und Aufschwung. Aus dem kleinen Bauerndorf war inzwischen der drittgrößte Ort im Bezirk Ebersberg mit circa 1500 Einwohnern geworden. Fast jedes Handwerk war in Glonn vertreten, die Postkutsche fuhr regelmäßig zur Bahn nach Feldkirchen Westerham, bzw. Grafing, und mehrere Gaststätten, Branntweinschänken und Cafes beherbergten nicht nur Glonner, sondern auch zunehmend auswärtige Gäste.

Das bestimmende Projekt seiner Amtszeit war die Planung und der Bau der Lokalbahn zwischen Grafing und Glonn, die 1894 eröffnet wurde, Mit ihr erhielt Glonn den Anschluss an die Bahnstrecke München-Rosenheim.

Eröffnung der Lokalbahn Glonn-Grafing am 23.5.1894 Bild: Kulturverein Markt Glonn

Im Zuge des Bahnprojekts erhielt Glonn auch die erste gemeindliche Wasserleitung, die, die ausgehend von einer Quelle im Mühlthal das Lokalkrankenhaus  versorgte. Im ersten Jahr schlossen sich auch sechs private Haushalte an die Leitung an. Finanziert wurde der Bau aus den Einnahmen aus dem “Lokal- Malz- und Bieraufschlag”, der in Türks Amtszeit neu eingeführt wurde um vorrangig die Grunderwerbskosten für den Bahnbau zu finanzieren. 

nach oben

Bilder

Die Gebetsandenken An Maria Türk+ 1925 und ihre Tochter Therese Türk +1920 und die Gedenktafel in der nördlichen Kirchenmauer in Glonn.

nach oben

 

zurück zu “Bürgermeister bis 1945

Ortsvorsteher vor 1848

Ortsvorsteher gab es in den bayerischen Gemeinden seit 1808, davor waren Obmänner mit einigen wenigen Aufgaben der dörflichen Gemeinschaft betraut. Die niedermaier Chronik von 1909 nennt noch einige Vorsteher vor 1848, Hans Obermair hat die in der Niedermair Chronik erwähnten um weitere ergänzt: Nachweise sind oft nur einzelne Unterschriften oder Erwähnungen auf anderen Dokumenten (z.B.Kaufverträgen oder Beschwerden)

Obmann Kranner um 1807
Josef Wenig “Huberbauer”, Glonn um 1810
Sigmund Wagner, Wirt, vor 1821
Mathias beham, Zimmerermeister, um 1821
Josef Angerer um 1828
Johann Obermair um 1831
Franz Schuster um 1835
Anton Ehscheid, Schmied, Balkham, um 1842
Thomas grasberger, Kreuz, 1847

 

 

zurück zu “Bürgermeister vor 1945”