Archiv der Kategorie: Allgemein

Entwurf eines Briefes  zum Abschied von Graf Maximilian Arco – Zinneberg

von Glonner Bürgern (vom Gemeindeschreiber oder sogar vom Bürgermeister?)

Aus diesen Sätzen wird, wenn man zwischen den Zeilen liest, deutlich, dass die Glonner einen baldigen Wegzug der Arcos von Zinneberg befürchten. Wenn man die damalige geschichtliche Entwicklung kennt, dann werden diese Bedenken verständlich. Am 4. Juni 1848 kam es in ganz Bayern zu einer revolutionären Veränderung: Das Grundentlastungsgesetz trat an diesem Tag in Kraft. Für alle von einem Grundherrn abhängigen Bauern, und das waren die meisten, bedeutete das    die Befreiung aus ihrer viele Jahrhunderte langen Abhängigkeit. Für den Grundherrn dagegen, das  war  häufig der Adel, war es gleichbedeutend wie der Verlust ihrer hochherrschaftlichen Stellung, einher ging damit auch ein herber Verlust ihrer Macht und eine erhebliche finanzielle Einbuße. Die  hohen Abgaben und Arbeitsleistungen, die sie bisher von Ihren „Grundholden“, das waren die von ihnen abhängigen Bauern, entfielen ab sofort. Das war jedoch nicht die einzige Einschränkung.
Am 30. März 1850 kam es zu einer weiteren Gesetzesänderung. Es wurde darin festgelegt, dass  die Berechtigung zur Jagd auf das Grundeigentum festgelegt wurde; die Eigenjagd war dem Grundeigentümer nur unter den Voraussetzungen, dass sein Grundbesitz entsprechend groß und die Grundfläche zusammenhängend ist, zugestanden. Damit entfiel für den Adel das Privileg des bis dato verbrieften Jagdrechts. Dass dieser Verlust für einen so leidenschaftlichen Jäger wie es der Zinneberger Graf Maximilian von Arco war, besonders schmerzlich war und ihn bis aufs Mark traf, ist gut nachvollziehbar.
Diese drastische Einschränkung habe ihn, so ist überliefert, maßlos geärgert, ja schockiert, so dass er sich sogar mit dem Gedanken trug, Bayern zu verlassen und seinen Wohnsitz ins benachbarte Österreich zu verlegen. Sein Bruder Louis besaß dort schon seit 1837 das südlich von Salzburg gelegene Schloss Anif und er selbst hatte auch schon seinen Sekretär mit der Suche nach einem Gut in Österreich, aber auch Ungarn beauftragt.
Dieser Sinneswandel ihres Grafen blieb den Glonnern nicht verborgen und sie befürchteten aus guten Gründen den Wegzug des bei ihnen in hohen Ansehen stehenden „Adlergrafen“.
In dem folgenden Entwurf eines Briefes an ihren Grafen bringen sie ihre Sorgen dazu zum Ausdruck. Beim Briefschreiber handelt es sich zweifelsfrei um eine gebildete Person. Die Sprache ist hochachtungsvoll und ehrfürchtig, manchmal fast blumig, in Teilen neigt sie zu der bis dato erlebten Unterwürfigkeit. Im ganzen Schreiben wird die Befürchtung des Wegzugs und sein Bedauern dazu zum Ausdruck gebracht.
Dieses Schreiben hat Frau Barbara Kreutzer im Rahmen ihrer Archivarbeit, zu der sie von der Gemeinde Glonn beauftragt wurde, in den bisher noch zum großen Teil ungeordneten historischen Unterlagen entdeckt. Wer der Schreiber war, darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht war es der damalige Lehrer Dunkes, der zusätzlich, wie damals üblich, auch Gemeindeschreiber war.
Zwischen der Familie Dunkes und den Arcos bestand, wie ein im „Dritten Reich“ von den Nationalsozialisten vielfach geforderter „Ariernachweis“ zu Tage brachte, eine familiäre Verbindung. Aloys Arco von Zinneberg, der Bruder von Max, hatte ein Verhältnis mit einer Tochter der Dunkes, aus dem drei Töchter hervorgingen. Er verstand es, dieses Verhältnis für die Öffentlichkeit und auch für seine Familie im Verborgenen zu halten. Er hat sich aber um seine Töchter in der Form gekümmert, dass er einen Notar mit der Auszahlung der Alimente beauftragte, und zwar sogar bis ungefähr zum 25. Lebensjahr.
Die Befürchtungen der Glonner in Bezug auf den Weggang waren berechtigt. Am 28. Dezember 1850 wurde der Kaufvertrag mit dem Markgrafen Fabio von Pallavicini abgeschlossen, Zinneberg hatte damit einen neuen Schlossherrn.
Max hatte Glück! Er musste sich nicht sehr lange  über den Verlust seiner Jagd und über diese für ihn negative Entwicklung in Bayern grämen. König Maximilian II. , der selbst mit der Jagd nur wenig zu tun haben wollte, den Grafen Arco jedoch als adeligen Freund und auch als Jäger sehr schätzte, sprach ihm die Jagdreviere um den Königssee zur alleinigen Jagdausübung zu. Für Max ging damit ein Traum in Erfüllung, er war jetzt der Jagdherr über die vier Oberförstereien Königssee, Ramsau, Bischofswiesen und Schellenberg.
Hier nun die wörtliche Wiedergabe des Brief-Entwurfes:

        Glonn am 22. May 1849

Hochgeborener Herr Graf,
Unendliches Wonnegefühl regte sich in unseren Herzen, als Eure Gräfliche Gnaden anno    ?   ten dies Monats hiesige Gegend mit dero hohen Gegenwart beehrte. Aber noch viel tieferen Eindruck machte bei uns gehorsam Unterzeichneten die Kunde, daß wie in früheren Jahren, auch heuer der Hochgeborenen Herrn Graf an der Seite Eurer verehrten  Gemahlin und der frischen munteren Jugend das stille ruhige Thal auf einige Zeit bewohnen werden.
Es regte sich in allen Herzen der unveränderliche feste Entschluß, Eure Hochgeboren durch einige Abgeordnete von hiesiger Gemeinde die Empfindungen und Gefühle, welche wir früher so noch jetzt, für Eure Gräflichen Gnaden und holden erhabenen Familie in eines jeden treuen Bayern ?? sich unwiderstehlich außen, ehrfurchtsvoll zu äußern.
Allein diese Freude wird uns unvermuthet entnommen, durch welches Geschick, uns ist es ganz unbekannt. Deßwegen wagen es die unterthänigst Unterzeichneten schriftlich ihre Gesinnung nah zu bringen.
Hochgeborener Herr Graf!
Wenn die heutzutage herrschenden Wirren so manches hervorbrachten, was in früheren Zeiten man sich nicht zu denken getraute, so können wir ehrfurchtsvoll Unterzeichnete die heilige Versicherung geben, daß die gegenwärtige Sachlage keinem aus uns nun willkommen und ersehnt ist. Wohl mag es unter Hunderten einen geben, der sich ob dergleichen Veränderungen freut, uns aber ist keinem bewußt, und wir hängen noch mit ebenso unerschütterlicher Treue………..(ab hier ist die Kopie
abgeschnitten)
Nehmen dahier Euer Hochgeborener  die Versicherung der gehorsamst Unterzeichneten, die nicht von Eigensucht oder sonstigen Interessen geleitet, und die aufrichtigsten Wünsche mit hin, nach jene Burg, die einstens die alten Höhlwarth in sich schloß und die jetzt stolz sein darf, das edle Geschlecht der Arco aufzunehmen.Verschmähen aber Euer Gräfliche Gnaden die Bitte nicht, die wir noch schließlich darzubringen wagen:
Wenn vergnügt und froh von den Alpen herab das Horn ertönt, wenn blitzend die Sonne ihre Strahlen über die Berge über den Spiegel der Isar wirft, und wenn liebend im Kreise der Ihrigen die Stunden Ihnen verschwinden, o so gedenken Sie an das ruhige friedliche Glonnthal, in welchem Menschen wohnen, die jederzeit bereit sind in guten und in schlimmen Tagen ihre Gutsherrschaft in ihre Mitte zu nehmen und immer rufen werden:

 Hoch lebe das Gräfliche Haus

Und hier das Original aus dem Gemeindearchiv Glonn

Kommentierung: Hans Huber

Hinweise zur Benutzung des Archivs

Wer&Wie&Wofür

Das Gemeindearchiv Glonn ist ein öffentliches Archiv, die Benutzung des Archivs ist für fast alle Belange kostenlos und steht allen Bürgerinnen und Bürgern, die ein berechtigtes Interesse glaubhaft nachweisen können, offen. Ein berechtigtes Interesse ist insbesondere gegeben, wenn die Benutzung zu amtlichen, wissenschaftlichen, heimatkundlichen, familiengeschichtlichen, rechtlichen, unterrichtlichen oder publizistischen Zwecken oder zur Wahrnehmung von berechtigten persönlichen Belangen erfolgt. Gebühren fallen an für das Ausstellen beglaubigter Kopien aus den Personenstandsregistern.

Wenn Sie mir Ihr Anliegen persönlich,  telefonisch oder per email kurz schildern, kann ich Ihnen eventuell schon bei einem ersten Besuch die gewünschten Informationen oder Dokumente bereitstellen, oder einzelne Dokumente unkompliziert als pdf senden.  Darüberhinaus ist die Recherche in den Findmitteln des Archivs vor Ort möglich. Das Archiv Markt Glonn ist bemüht diese Findmittel auf lange Sicht auch weitgehend online zugänglich zumachen.
Ich berate und unterstütze Sie gerne bei Ihrem Forschungsthema!
Vor der Benutzung des Archivs benötige ich den unterschriebenen Benutzerantrag.

Hinweise zur Benutzung der Website

Die Website enthält viele Querverweise innerhalb der Seite, es ist deshalb sinnvoll, mit den “Zurück” Buttons am Ende jeder Seite zu navigieren. Sie können mit der Suchfunktion auf der Menuleiste die gesamte Websiote durchsuchen, erhalten im Ergebnis aber alle Beiträge in denen das gesuchte Wort vorkommt. Die Suche nach Begriffen wie “Glonn”, oder “Straße”, oder “Bürgermeister” ist daher wenig zielführend. Ein speziellere Suchbegriffe, wie zum Beispiel “Kläranlage” wird dagegen ein umfassendes Ergebnis aller Beiträge geben. Leider werden die entsprechenden Begriffe in den Beiträgen nicht markiert. Die meisten Bilder und Dokumente sind in geringer Auflösung abgebildet, sollten sie eine höhere benötigen, wenden sie sich bitte ans Archiv.

Datenschutz

Bitte beachten Sie, dass archivalische Dokumente Sperrfristen unterliegen, innerhalb derer sie nicht eingesehen werden dürfen. Für alle Dokumente, die nicht bei der Entstehung zur Veröffentlichung gedacht waren, gilt eine Sperrfrist von 30 Jahren, für personenbezogene Daten, auch Bilder – endet die Sperrfrist 10 Jahre nach dem Tod, bzw. 100 Jahre nach der Geburt der betroffenen Person.
Bitte beachten Sie auch bei Ihrer Arbeit und Forschung und eventueller Veröffentlichung genau die Persönlichkeitsrechte Dritter, ebenso wie eventuelle Urheber-und Nutzungsrechte Dritter an Bildern.

Satzung

In der Archivsatzung in der Fassung vom 30.1.2019 über die Aufgaben und die Benutzung des Glonner Gemeindearchivs, können Sie sich über die Benutzungsberechtigung, Benutzungszweck, Benutzungsantrag, Schutzfristen und die Benutzungsgenehmigung informieren.Grundlage von Satzung und Benutzungsordnung sind die Bayerische Gemeindeordnung Art 57 Abs.1 und das Bayerische Archivgesetz.

zurück zu “Archiv”

Glonner Dorffest 2019 – Nachschau


Vier Tage Dorffest Glonn? Eigentlich stimmt das gar nicht. Wer die Tage vor und nach dem Fest über den Platz schlendert, kann neben dem Festtrubel, der den Ort für einen paar Tage in Ausnahmezustand versetzt, sehen, warum das Fest nun schon das 28. Mal erfolgreich über die Bühne ging. Eigentlich geht´s nämlich schon viel früher los und hört danach nicht gleich wieder auf. Da wird neben der monatelangen Planung im Vorfeld viel gearbeitet am Auf- und Abbau, müde und erschöpft ist man auch, aber so richtig scheint die Energie und Freude am gemeinsamen Tun nicht ausgehen zu wollen. Die Feierlaune liegt also schon lange in der Luft, bei den Glonnern, ebenso wie bei den Organisatoren und wenn am Freitag dann zum Anstich die Vorstände des Dorffestvereins die erste Mass in den Händen halten, überträgt sich diese Atmosphäre schnell auf die Besucher mit einem „Endlich-gehts-los“-Gefühl.

Und das tat´s dann auch mit dem Open Air Konzert von Nirwana, das den Dorffestplatz in Partylaune tauchte und das Motto “Heid geh ma morgn erst in Bett” problemlos beim Publikum ankommen ließ. Auch die Bar hatte alle Hände voll zu tun, den Durst der lauen Sommernacht zu bedienen.

Die ersten, die dem Dorffest am Samstag wieder Leben einhauchten, waren dann die Kinder, die zum WSV Spielefest zwar einen Gewitterschauer über sich ergehen lassen mussten, aber sich letztlich nicht von ihrem Programm abhielten ließen. Der Himmel hatte mit dem Abendprogramm ein Einsehen, so dass die Glonner Musi vor einem vollen Platz aufspielte und das Publikum darüber hinaus die Auftritte der Trachtler bewundern konnte.

Am Sonntag entschied man nach Gottesdienst und Frühschoppen, dem Wetter nicht zu trauen und das geplante Human-Kicker-Turnier in die Schulturnhalle zu verlegen. Die Not wurde letztlich zur Tugend und es boten insgesamt 18 antretende Mannschaften in der brodelnden Halle ihrem Publikum mehr als spannende und unterhaltsame Partien im Kampf um den Sieg – während sich draußen tatsächlich ergiebige Schauer auf den Dorffestplatz ergossen. Für sich Entscheiden konnte das Turnier letztlich die Mannschaft „1860“ – eins der jüngsten Teams unter den Angemeldeten. Die Organisatoren des Turniers resümierten am Sonntag nicht ganz unerschöpft, aber mehr als zufrieden den Verlauf eines gelungenen Dorffesthighlights mit der sich einmal mehr bestätigenden Einsicht: Zusammen lässt sich sowas auf die Beine stellen, macht durchaus auch Arbeit, aber vor allem Spaß. Der leider verregnete Abend drängte die verbliebenen Besucher in die Hütten, wo dann allerdings ausgelassen weiter gefeiert wurde.

Der Montagabend lockte mit wieder blauem Himmel und zog die immer noch Dorffesthungrigen bereits am frühen Abend auf den Platz zu einem mehr als ausgelassenen Abend bei nochmals leckerem Essen und Musik mit Tanzlaune. Die Erleichterung, ein langes Festwochenende zu einem guten Ende gebracht zu haben, stand dem einen oder anderen Dorffestvorstand durchaus ins Gesicht geschrieben, spiegelte aber so wie zu Anfang des Fests die Stimmung des Tages gut wider: „Schön, dass es so gut gelaufen ist“ und letztlich bleibt auch in diesem Jahr die Gewissheit: nach dem Dorffest ist vor dem Dorffest.

Monika Wilken

Spielplätze in Glonn


In der Marktgemeinde Glonn gibt es ca. 11 öffentliche Spielplätze, welche gerne genutzt werden können. Wir bitten die Nutzer jedoch die Regeln einzuhalten und die Spielplätze sauber zu hinterlassen.
Sollte Ihnen eine Beschädigung oder Verunreinigung auffallen, so bitten wir Sie diese im Bauamt zu melden.
In obigen Plan, auf welchem die Spielplätze eingezeichnet sind, können Sie die Details einzoomen.

  1.  Adolf-Kolping-Straße
  2.  Am Seestall
  3.  Am Schmiedberg
  4.  Bialasstraße
  5.  Filzenstraße
  6.  Franz-Kaltner Straße
  7.  Geschwister-Scholl Straße
  8.  Spitztränkbogen
  9.  Preysingstraße
  10.  Postanger
  11.  Sudetenlandstraße

Glonner Dorffest 2019

Dorffest 2019 – vier Tage Feierlaune!
Ende Juli winken nicht nur die lang ersehnten Sommerferien, sie beginnen auch gleich mit dem Glonner Fest, das nicht minder sehnsüchtig erwartet wird! Am 26. Juli beginnt der fast viertägige Spaß für Groß und Klein um 19 Uhr auf dem Glonner Dorffestplatz mit dem traditionellen Anstich durch den Bürgermeister. Die perfekte Gelegenheit bei Getränk und Brotzeit in das Wochenende zu starten; und wer nur einen kurzen Besuch mit Familie plant, bekommt vor Beginn des Bandauftritts sein Eintrittsgeld wieder zurück. Danach verspricht dann die Coverband Nirwana wie bereits im letzten Jahr mit einem Open Air Konzert eine lange Nacht mit Gutelaunegarantie – durstige Kehlen kommen an der Bar auf ihre Kosten. Den Beginn am Samstag macht traditionell der WSV mit seinem Kinderfest. Bei Kaffee und Kuchen kann dem Nachwuchs beim Durchlaufen der verschiedenen Spielstationen zugesehen und neue Kräfte für das Abendprogramm gesammelt werden. Musikalisch gehört die Glonner Musi zum Samstagabend einfach dazu. Neben dem Auftritt der Plattler und Veranstaltungen für die Dorfmeisterschaften darf neben dem musikalischen Highlight kulinarisch genossen werden. Das gilt für den Sonntag nicht minder, der nach dem geistlichen Auftakt mit dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche mit dem Frühschoppen startet und am frühen Nachmittag zum Bestaunen der lebendigen Fußballkicker einlädt. In einem Human-Kicker-Turnier messen sich die Mannschaften im Kampf um Tore und Sieg. Etwas eleganter könnte im direkten Vergleich der Auftritt der ASV Tänzerinnen ausfallen, der sich am späten Nachmittag anschließt und die musikalische Überleitung in den Abend darstellt. Für die Tanzparty reisen in diesem Jahr „Die lustigen Bergla“ an, um das Publikum auf die Tanzfläche zu locken. Nach den Siegerehrungen gehört auch in diesem Jahr das Feuerwerk als fester Bestandteil dazu und läutet den Abschlusstag des Dorffests ein. Wer am Montag direkt von der Arbeit das Dorffest genießen möchte, ist in diesem Jahr auch herzlich eingeladen, den Tag mit der Belegschaft gemütlich ausklingen zu lassen und dem Tag der Betriebe neuen Schwung zu verleihen. Der Dorffestverein, in diesem Jahr nochmals unter der Federführung des ASV Glonn freut sich auf ein buntes, offenes und friedliches Fest für alle Glonner und Gäste von außerhalb.

Monika Wilken

Zur Dorffestseite

Bildergalerie 175 Jahre Glonner Musi

Bilder sagen manchmal mehr als Worte, beim viertägigen Fest zum Jubiläum der Glonner Musi war die Stimmung grandios. Hier ein paar Impressionen.
Fotos: Alle Heide Künzner, außer dem Samstagskonzert (Johannes Schmidt) und dem Festgottesdienst (Ramona Meisl)
Das war das Programm:
Fr., 10.05.2019:
Weinfest mit der Kapelle So&So und der
Stoabuckl Musi, Beginn 19:30 Uhr
Sa., 11.05.2019:
Glonner Musi: Nacht der Musik, Einlass ab 18:30 Uhr, Beginn 20:00 Uhr (Kartenvorverkauf bei Schuhe Sport Obermair Glonn)
So., 12.05.2019:
Festsonntag mit Feldgottesdienst und Festnachmittag
mit mehr als 11 Kapellen
Mo., 13.05.2019:
Kesselfleisch, Beginn 19:00 Uhr

« von 3 »

Bildergalerie Royaler Besuch in Herrmannsdorf

Bildmaterial: Herrmannsdorfer Landwerkstätten – Fotografin Vivi di Angelo

Royaler Besuch von Prinz Charles und Herzogin Camilla in Herrmannsdorf


Zur Bildergalerie
Weißblauer Himmel, alle stehen in den Startlöchern für den hohen Besuch, der am späten Vormittag erwartet wird. Prinz Charles und Herzogin Camilla, die nach ihrer Reise durch Deutschland als letzte Station den Biobauernhof im Osten von München besichtigen möchten sind auf dem Weg nach Herrmannsdorf.
Seit Tagen laufen die Vorbereitungen. Im Innenhof ist ein Marktplatz aufgebaut, an
dem die Herrmannsdorfer Lebensmittel präsentiert werden. Um 11.10 Uhr fährt die
Polizeieskorte vor und kurz danach kommen die schwarzen Limousinen der
Botschaft und auch die von Prinz Charles. Am Wegesrand haben sich viele royale
Fans eingefunden, um den Prinzen willkommen zu heißen. Er steigt aus und wird
von der Geschäftsführerin Sophie Schweisfurth und ihrem Mann Mathias
Stinglwagner begrüßt. Mit seinem Besuch bringt er zum Ausdruck, dass er
ökologische Landwirtschaft fördert und nachhaltige Themen unterstützt. Mit einer
Delegation geht es dann zu der Symbiotische Weide wo Hühner, Schweine und
Rinder zusammenleben. Als großer Bienenliebhaber besichtigt er natürlich auch den
Herrmannsdorfer Bienengarten und die Biogasanlage.
Die nächsten schwarzen Limousinen erreichen das Gut. Herzogin Camilla erscheint
um 12 Uhr und wird von Mathias Stinglwagner und Gudrun Schweisfurth begrüßt.
Kurz danach begibt sie sich in die Handwerkstatt, wo bereits 20 Hof- und
Kindergartenkinder aus Herrmannsdorf beim Brezn drehn mit dem Bäckermeister
Michael Korbmann zugange sind. Bei einem kleinen Espresso der Kaffeerösterei
Merchant and Friends wartet sie im Anschluss auf Prinz Charles und gemeinsam
bummeln sie über den Marktplatz und bekommen hier vom Herrmannsdorfer
Metzgermeister Jürgen Körber und seinem gesamten Team einen 2 Jahre alten
Knochenschinken überreicht. Im Anschluss schütteln sie viele Hände, verkosten
Produkte, lassen sich Zeit für Gespräche und sind sehr interessiert an dem
Dargebotenen.
Sophie Schweisfurth war sehr angetan vom positiven persönlichen Gespräch mit
dem Prinzen und der Erkenntnis, dass sie die gleiche Werteorientierung verbindet.

Stefanie Schmid
Herrmannsdorfer Landwerkstätten Glonn
Bildmaterial: Herrmannsdorfer Landwerkstätten – Fotografin Vivi di Angelo

Ein halbes Jahrhundert Christuskirche Glonn

Link: Das Festprogramm
Eingeweiht am 15. Mai 1969, feiert unsere Christuskirche im Mai ihren 50.Geburtstag. Was hat sie nicht alles erlebt in dieser Zeit – und was haben wir alle mit ihr erlebt, und wie kam es überhaupt zum Bau einer evangelischen Kirche in Glonn.

Die ersten evangelischen Christen war eine, Anfang des 20.Jahrhunderts aus Franken zugezogene Familie eines Bahnbediensteten. In Moosach siedelte sich ein Zimmerermeister an. 1922 wurde für den Raum Ebersberg/Grafing der „Evangelische Verein Grafing und Umgebung“ gegründet. Gottesdienste fanden nun nicht mehr in Feldkirchen bei München statt, sondern im -weit bequemer zu erreichenden- Sitzungssaal des Rathauses in Grafing. Bedeutenden Zuwachs an Evangelischen bekam die Glonner Gemeinde dann während des Zweiten Weltkrieges, als Frauen und Kinder aus den Großstädten evakuiert wurden. Vor allem aber vergrößerte sich die Gemeinde nach dem Krieg durch Vertriebene und Ausgewiesene aus der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien.

Seit 1945 gab es dann auch in Glonn im Rathaussaal regelmäßige Gottesdienste. Pfarrer Müller kümmert sich seit 1947 unter anderen um die Evangelischen in Glonn. 1958 wird Ebersberg-Grafing eine eigene Kirchengemeinde, die Pfarrer Dimmling bis 1964 leitet. Von ihm gingen maßgebliche Impulse zur Errichtung der Christuskirche aus.

1964 übernimmt Pfarrer Hiller die Pfarrei Ebersberg-Grafing und treibt den Bau der Kirche weiter voran. Der Entwurf des Münchner Architekten Theodor Henzler wird ausgewählt und verwirklicht. Am Himmelfahrtstag 1969 wird die Christuskirche in einem feierlichen Gottesdienst unter Leitung von Kreisdekan Hans Schmid eingeweiht.

Seit dieser Zeit entwickelte sich in Glonn unter den verschiedenen Pfarrern, Diakonen und später auch den Pfarrerinnen ein reges Gemeindeleben. Neben den Gottesdiensten finden anfänglich unter anderen eine Jugendgruppe, ein Bibelkreis und ein Frauengesprächskreis statt. Auch heute noch kommen neben den Gottesdiensten Jugendliche im Konfirmandenkurs zusammen, gibt es eine Eltern-Kind-Gruppe, einen Besuchsdienst für das Marienheim, ökumenische Veranstaltungen, Konzerte in der Kirche, Sommerfeste und viele andere Anlässe, an denen Menschen unter Gottes Wort zusammenkommen.

Ganz herzliche Einladung ergeht an alle zu unserem Festgottesdienst am 12.Mai, an dem Regionalbischöfin Susanne  Breit-Keßler die Predigt halten wird. Im Rahmen der Feierlichkeiten gibt es auch ein Rahmenprogramm mit Vortrag, Ausstellung und Konzert.

Ich freue mich auf viele Menschen, die den Geburtstag unserer Jubilarin mitfeiern.

Ghita Lenz-Lemberg, Pfarrerin

Zinneberg trauert um Martin Esterl

Die Tücke mit dem Nachruf oder:

Zinneberger An-Denken an Altbürgermeister und ehemaligen Mitarbeiter auf Schloss Zinneberg,  Martin Esterl!

Nachrufe haben so ihre Tücke – für mich zumindest. Leicht sieht man das ein oder andere überhöht, verklärt, wird Menschen und Lebensabschnitten auch nicht immer gerecht. Dennoch ist es gut und richtig, dass Erinnerungen an Menschen lebendig bleiben – durch Zurückschauen auf Begegnungen, Erlebnisse. Es ist ein Sammeln von Andenken. Diese können einen selbst zum Denken, zum An-Denken der einen oder anderen Haltung anregen, verbunden mit der Frage: „Gibt’s da vielleicht das berühmte ‚Radl“, das ich mir abschneiden sollte?“ Vielleicht klingt das jetzt etwas „ bayerisch gschraubt“, aber damit bin ich schon bei einem ersten An-Denken. „Gschraubt“ habe ich ihn nie erlebt den Esterl Martin bei den verschiedenen Begegnungen bei uns „herobn“ in Zinneberg. Eher hin und wieder etwas quer denkend, womit wir natürlich bei einem berechtigten, sicherlich nicht immer bequemen Wesenszug sind. An-Denken heißt aber in diesem Fall für mich, sich quer und schräg denken zu erlauben, nur so bleibt Leben lebendig.

Was gibt es für  zum An-Denken, wenn ich an Martin Esterl denke? Auf drei für mich An-Denkenswerte Episoden möchte ich eingehen. Zunächst geht es da zurück in die 90iger Jahre, als er noch Lehrer bei uns in Zinneberg war. Bei den damaligen Faschingsvorführungen des Heimes (es gab nur ein Mädchenheim, daran angeschlossen Schule und Ausbildung), war er sowohl nachmittags bei der „offiziell-würdigen Faschingsfeier“ zu Gast, als auch am Abend beim „internen Spektakel“. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass ein dreitägiger berufspflichtiger Faschingsmarathon bei Schwestern und Betreuerinnen nicht die helle Begeisterung auslöste. Dennoch hieß es Haltung bis in die späten Abendrunden zu wahren. Abends mischte sich Martin Esterl, kreativ dekoriert, wieder ins Getümmel. Rückblickend denke ich mir als überzeugter Faschingsmuffel, wie konnte er sich das antun? Vielleicht nur mit der Haltung: „De Gaudi stenga mir gemeinsam durch!“ Immer hatte er eine Überraschung im Gepäck, Eis, Überraschungstüten für die Jugendlichen oder Fischsemmeln für die faschingsgeplagten Betreuerinnen und Schwestern, denn „i hob mir denkt, dass Eich des pappige Zeugs net immer schmeckt“. Er hat halt hingehört und gespürt, was seinen PädagogenkollegInnen gut tun könnte. An-Denken heißt in diesem Fall für mich die Notwendigkeit des Hinhörens und Hineinversetzen in die Situation des anderen, was nicht nur im Pädagogen-Dunstkreis seine Notwendigkeit hat:

Drandenken werde ich auch an Martin Esterl und seine Glonner Leinentasche. „Die Taschen san praktisch und ich mach dann a glei immer Werbung!“ Ob zu Besprechungen oder einfach nur zum Einkauf im Klosterladen, er hielt sie fest oder sie ihn?? Ob so oder so und ohne weiß-Gott-was in eine einfache Stofftasche hinein zu interpretieren, Martin Esterl konnte ich seine Heimatverbundenheit abnehmen und nachvollziehen. An-Denken heißt in diesem Fall für mich um die Notwendigkeit zu wissen beheimatet zu sein und Heimat zu schenken. Es bedeutet für mich Tradition zu hinterfragen und zu wahren und offen zu sein für Neues: Heimatverbundenheit heißt Menschenfreundlichkeit.

Schließlich erinnere ich mich an den PC-Unterricht von Martin Esterl, den er Mitte der 90iger Jahre einigen Zinneberger Schwestern und MitarbeiterInnen gab. Der Beginn der digitalen Revolution bewegte sich noch sehr handsam zwischen nervig-fahrigen Mausbewegungen und harmlosesten Computerspielen wie Affen-Bananen-Weitwurf. Jeden Donnerstag, unerbittlich 9.30 Uhr, Unterricht! „Ihr könnts doch nicht weniger wissen, als die Schülerinnen!“, so ermahnte er mich einmal, nicht im Eifer nachzulassen. Heute über 25 Jahre später, halte ich mich für relativ fit, was den Gebrauch des PC anbelangt. Ich habe weitergeübt, bin nicht beim Bananen-Weitwurf stehen geblieben. Ich denke aber immer noch dankbar an diesen Unterricht. Oft haben Martin Esterl und ich darüber geredet und geschmunzelt. Es war eine Art „Initialzündung“. Martin Esterls Überzeugung machte mir Mut, Neues und damals Unbekanntes in Angriff zu nehmen. An-Denken heißt in diesem Fall für mich, die Bereitschaft sich den Herausforderungen der Zeit, der Gegenwart zu stellen und daran zu wachsen.

Es heißt aber auch für mich Dankbarkeit! In diesem Sinne Danke, Martin Esterl von uns “herobn” auf Schloss Zinneberg!

***********************************