
von Hans Obermair©
erschienen am 5.11.2022 im Lokalteil der Ebersberger Zeitung
Das aus Rotmarmor bestehende Taufbecken in der Glonner Pfarrkirche trägt die Jahreszahl 1529. Damit könnte es noch von der Vorvorgängerin der jetzigen Kirche, also der Romanische, stammen. Seit der Fertigstellung der jetzigen Kirche, also seit rund 240 Jahren wird es auf dem jetzigen Platz gestanden haben. Vielleicht sogar schon seit der Bauzeit, denn es macht den Anschein, dass der umgebende Putz erst nachher aufgebracht wurde. Der Sollnhofener Boden, der 1823 vom Grafinger Maurermeister Heinzl gelegt wurde, kam sicher erst später, denn der Sockel des Taufbeckens steht noch auf dem vorausgehenden Ziegelboden.
Der alte Platz an der Ecke des Pfeilers und das unter der Treppe zum Predigtstuhl, mag den Anforderungen des 18. Und 19. Jahrhunderts genügt haben. Damals war die Taufe, oft noch am Tage der Geburt, zwar ein wichtiges, aber keinesfalls ein Ereignis mit vielen Personen. Oft werden es nur der Geistliche, der Mesner, die Patin oder der Pate, die Hebamme und vielleicht der Vater gewesen sein. Im Gegensatz dazu ist heute eine Taufe auch ein Ereignis der Familie und der Verwandtschaft. Ein Dutzend und mehr Personen sind keine Seltenheit. Dafür braucht es mehr Platz.
Und so ist es eine gute Idee von Pfarrer Schöpf, der Kirchenverwaltung und den Mitarbeitern, die Umgebung des Taufbeckens, aber auch den Platz selbst, repräsentativer zu gestalten. Wenn hierzu der rechte vordere Beichtstuhl „geopfert” wird, ist das zu verschmerzen. Robert Weber aus Grafing, ,,Spezialist” für die Gestaltung von Kirchenräumen, hat einen guten Vorschlag gemacht.
Jetzt hat Steinmetz Baumann aus Ebersberg den Taufstein vorsichtig gelöst und in seine Werkstatt überführt, um ihn zukunftsfähig aufzubereiten. Wenn alles fertig ist, wird es sicher ein würdiges Geschenk zum 200. Weihetag der Kirche sein, den die Glonner im nächsten Jahr (2023) feiern können.

